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Rubrikillustration Umwelt
Karte - Euskirchen

Batterien und Akkus

Batterien und Akkus sind Gegenstände des Alltags. Allerdings ist Strom aus Batterien die teuerste Energieform überhaupt. Und auch bei der Entsorgung sind Viele unsicher - dabei ist es eigentlich ganz einfach.

Allgemeines

Leere Batterien, Knopfzellen und Akkus sind als Schadstoffe zu entsorgen. Eigentlich ist das keine neue Erkenntnis, dennoch landen die kleinen Energiespender immer wieder im Hausmüll. 2004 wurden in Deutschland rund 1,3 Mio. Batterien verkauft, aber nur ein Drittel davon tauchte in der getrennten Sammlung wieder auf. Dieses Verhältnis hat sich bis heute nur geringfügig verbessert.

Man kann nur darüber spekulieren, wo die übrigen Batterien landen. Sicher liegen einige in Schubladen oder Garagen - nichtsdestotrotz müssen wir davon ausgehen, dass nach wie vor eine relativ große Menge Batterien im Hausmüll landet.

Entsorgung

Dabei ist die richtige Entsorgung einfach und kostenlos: In fast jedem Supermarkt steht eine Batterie-Sammelbox, in die man die alten Batterien einwerfen kann. Jedes Geschäft, das Batterien verkauft, muss eine solche Rücknahmemöglichkeit anbieten. Das schreibt die Batterieverordnung vor. Andererseits sind alle Bürger verpflichtet, ihre gebrauchten Batterien an den Sammelstellen abzugeben. In den Boxen werden übrigens sowohl Batterien als auch Akkus zurückgenommen. Die Kontakte ausgedienter Lithium-Akkus müssen dazu mit z. B. Tesa abgeklebt werden.
Ausnahme: Bleiakkus (Autobatterien) sollten im Handel zurückgegeben werden. Andernfalls fällt  für den Kauf einer neuen Batterie ein Pfand von 7,50 € an.

Die richtige Entsorgung ist wichtig, weil die Batterien oft Schadstoffe, aber auch wertvolle, verwertbare Stoffe enthalten: in den 2004 verkauften Batterien waren z.B. insgesamt 4.700 t Zink, 1.500 t Nickel, 700 t Cadmium, 7 t Silber und 3 t Quecksilber enthalten.

Ein Drittel dieser Menge ist in die getrennte Sammlung gelangt. Wenn man annimmt, dass nur ein weiteres Drittel im Hausmüll entsorgt wurde - das heißt, dass das letzte Drittel noch in den Haushalten liegt -, sind damit u.a. 1 t Quecksilber und 233 t Cadmium in Verbrennungsanlagen und auf Deponien gelandet, wo diese Stoffe nicht sicher abgefangen werden können. Außerdem wären uns rund 1.500 t Zink, 500 t Nickel und 2,3 t Silber verloren gegangen, die als Rohstoffe durchaus wertvoll sind.

Aufgrund neuer Verordnungen enthalten die heutzutage hergestellten Batterien nur noch geringe Mengen an Schadstoffen. Trotzdem gehören sie unbedingt in die Sammelboxen! Alternativ können Sie Batterien am Schadstoffmobil oder am AWZ Mechernich kostenlos abgeben.

Über 90 % der gesammelten Batterien werden heute verwertet.

Vermeidung

Strom aus Batterien ist übrigens der teuerste Strom überhaupt. Das liegt unter anderem daran, dass bei der Herstellung einer Batterie bis zu 500mal so viel Energie verbraucht wird, wie diese hinterher abgibt. Deshalb lohnt es sich nicht nur aus Umweltschutzgründen, über den Einsatz von Geräten mit Batterie zweimal nachzudenken.

Taschenrechner gibt es z. B. mit Solarzellen statt Batterie. CD-Spieler oder Radios, die ohnehin meist an der selben Stelle stehen, können Sie über Kabel und Steckdose sehr viel günstiger betreiben. Und wo Solarzellen nicht ausreichen und Sie mobil sein wollen, sind wiederaufladbare Akkus die erste Wahl. Ausnahme sind Geräte, die nur selten genutzt werden, wie z.B. Taschenlampen. Hier fährt man in der Regel mit einer Batterie besser, die sich - im Gegensatz zum Akku - nur sehr langsam selbst entlädt.

Und schließlich sollten Sie sich auch gelegentlich fragen, ob nicht manches batteriebetriebe Gerät möglicherweise überflüssig ist. Brauchen Sie wirklich blinkende Schuhe, sprechendes Spielzeug oder singende Grußkarten?

Akkus

Zunächst einmal: auch ein Akkumulator, kurz Akku, ist eine Batterie. Die umgangsprachlich als einfach als "Batterie" bezeichneten Energiespender sind sogenannte "Primärbatterien" (nur einmal nutzbar), die Akkus "Sekundärbatterien" (wiederaufladbar).

Viele Geräte sind mit Spezialakkus ausgerüstet - zum Beispiel Handys. Der Hersteller liefert dann das passende Ladegerät mit, und Sie können den Akku im Gerät laden. Solche Akkus haben den Vorteil, dass das Aufladen schnell und problemlos geht und Sie nicht viel falsch machen können. Nachteil ist der hohe Preis dieser Akkus. Außerdem sind sie nur für das eine Gerät nutzbar.

Es gibt natürlich auch die standardisierten Akkus, die aussehen wie andere Batterien auch. Sie sind relativ günstig und können in verschiedenen Geräten eingesetzt werden. Im Vergleich zu "normalen" Primärbatterien rechnen sie sich, weil Sie sie immer wieder verwenden können. Für diese Akkus müssen Sie das Ladegerät gesondert kaufen. Dabei reicht in Ladegerät in der Regel für alle gängigen Batterieformen. Allerdings sind solche Akkus etwas empfindlicher; deshalb finden Sie unten einige Tipps für den richtigen Umgang.

Wenn Sie das Ladegerät gerade nicht nutzen, sollten Sie den Stecker ziehen. Viele Ladegeräte verbrauchen nämlich auch im ausgeschalteten Zustand Strom.

Übrigens: Ebenso wie bei den Batterien gibt es auch bei den Akkus verschiedene Typen. Nickel-Cadmium-Akkus enthalten die meisten Schadstoffe, daher sollten Sie Nickel-Metallhydrid (NiMH)- oder  Lithium-Ionen-Akkus bevorzugen.

Nichtsdestotrotz sind Akkus ein umweltfreundlicher und mittelfristig günstiger Ersatz für Batterien in Geräten. In einigen wenigen Geräten ist können Sie keine Akkus einsetzen, da diese die erforderliche Spannung nicht erreichen. In diesen Fällen finden Sie einen entsprechenden Hinweis in der Anleitung des Gerätes.

So leben ihre Akkus möglichst lange

Die folgenden Hinweise beziehen sich insbesondere auf standardisierte Akkus im "Batterieformat".

  1. Durch Tiefentladung - (den Akku so lange nutzen, bis wirklich "nichts mehr geht") zerstören Sie die Akkus. Viele Geräte haben deshalb einen  Tiefentladungsschutz, d.h. sie schalten sich aus, wenn die Spannung zu stark sinkt. Wenn Sie Akkus in Geräten ohne diese Funktion benutzen, sollten Sie die Akkus entfernen, sobald die Leistung offensichtlich nachlässt (also z.B. bei der Taschenlampe das Licht schwächer wird).
  2. Bei einigen Nickel-Cadmium-Akkus gibt es den sogenannten "Memory-Effekt". Wenn diese Akkus einige Male nur teilweise entladen und dann wieder aufgeladen werden, sinkt ihre Kapazität. Die gute Nachricht: Nickel-Cadmium-Akkus, die als einzelne Zellen (also nicht zusammen mit einem Gerät) verkauft werden, sind in der Regel mit einer Technologie hergestellt worden, bei der der "Memory-Effekt" nicht mehr auftritt.
  3. Die Schnellladung, die mit vielen Ladegeräten möglich ist, erlaubt es, Akkus in (in der Regel) nur vier Stunden vollständig aufzuladen. Allerdings reagieren viele Akkus empfindlich auf diese Funktion; in einem Test der Stiftung Warentest versagten ständig "schnellgeladene" Akkus früher als ihre mit Normalgeschwindigkeit geladenen Kollegen. Wenn Sie also nicht aus Zeitgründen auf die Schnellladung angewiesen sind, stellen Sie Ihr Ladegerät besser auf die normale Ladegeschwindigkeit ein.
  4. Achten Sie auf ein gutes Ladegerät. Es sollte den jeweiligen Akkutyp und den Ladezustand möglichst automatisch erkennen und einen Überladungsschutz haben. Einige Geräte können nur Nickel-Cadmium-Akkus laden; achten Sie daher darauf, ob ihr Gerät auch die weniger schadstoffhaltigen Nickel-Metallhydrid (NiMH)-Akkus laden kann.
  5. Laden Sie ausschließlich solche Akkus, für die das Ladegerät auch vorgesehen ist!
  6. Akkus vertragen keine zu hohen Temperaturen. Lassen Sie Akkus (oder Geräte mit Akkus) daher nicht an zu warmen Orten (z.B. Auto im Hochsommer) liegen.
  7. Achten Sie bei beim Gebrauch und bei der Ladung darauf, dass Sie die Batteriepole nicht vertauschen. Durch falsche Polung können die Akkus zerstört werden.
  8. Lagern Sie Akkus trocken und bei Zimmertemperatur. Wenn ein Gerät längere Zeit nicht benutzt wird, entfernen Sie die Akkus.
  9. Wenn Akkus sehr lange Zeit (z.B. ein Jahr) nicht genutzt werden, ist es sinnvoll, sie zwischendurch einmal aufzuladen, um zu verhindern, dass sie sich tiefentladen.



Infoboxen

Die Batterie-Rücknahmesysteme

www.grs-batterien.de

www.rebat.de

www.ifa-gmbh.com

www.erp-recycling.de

Auf den Seiten der Rücknahmesysteme finden Sie Informationen rund um Rücknahme und Recycling von Batterien.

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