Haupttext | Hauptmenü | Untermenü | Infoboxen


Rubrikillustration Tourismus
Karte - Euskirchen

Schülerbefragung zum Radverkehr

Im Rahmen der Bestandsaufnahme und Mängelanalyse für das Projekt "Fahrradfreundlicher Kreis Euskirchen" sollten auch kleinräumige, lokale Problemstellen im Radverkehrsnetz aufgedeckt werden. Hierzu wurde im Sommer 2000 eine Befragung von Schülern weiterführender Schulen durchgeführt.

Hintergrund

Schüler wurden als Experten herangezogen, da sie erfahrungsgemäß das Fahrrad häufig im Alltagsverkehr nutzen, gute Ortskenntnisse besitzen und zur Befragung leicht erreichbar sind.

Um ein möglichst flächendeckendes Ergebnis zu erhalten, wurden über das gesamte Kreisgebiet verteilt Schulen ausgewählt. Auf diese Weise konnten an 19 Schulen (Realschule, Hauptschule, Gesamtschule und Gymnasium) in den Klassen 7 bis 12 insgesamt 1700 Schüler befragt werden.

Folgende Themen wurden bearbeitet:

  • Häufigkeit der Fahrradnutzung
  • Wetterabhängigkeit
  • Art der Nutzung
  • Besondere Ärgernisse beim alltäglichen Fahrradfahren
  • Konkrete Gefahrenstellen

Häufigkeit der Fahrradnutzung

Die unten abgebildeten Diagramme zeigen die Häufigkeit der Fahrradnutzung bezogen auf eine Woche bzw. einen Monat.

32% der befragten Schüler nutzen das Fahrrad täglich! 72% steigen wenigstens einmal je Woche aufs Fahrrad.

Die Zahlen spiegeln die erheblichen Kapazitäten im Radverkehr wieder, die durch eine Verbesserung des Radverkehrsnetzes stärker ausgeschöpft werden können. Die Anteile der Fahrradnutzungen in den topografisch flacheren Kommunen im Norden unseres Kreises liegen bereits sehr hoch.

Die starke Radverkehrsnutzung durch Schüler zeigt die Wichtigkeit und Notwendigkeit gut funktionierender, sicherer Radverkehrsanlagen auf.

Wetterabhängigkeit

Die Auswertung ergab, dass mit 47 % fast die Hälfte der Schüler bei jedem Wetter das Fahrrad nutzt. Der geringste Anteil fährt ausdrücklich nur im Sommer Fahrrad. Unterstellt man, dass das Fahrrad als Freizeitaktivität wahrscheinlich eher bei gutem Wetter und im Sommer genutzt wird, so kann man sagen, dass diese Zahlen auf eine hohe Nutzung des Fahrrades im Alltagsverkehr hindeuten.

Art der Nutzung

Die Abfrage des Fahrtzwecks ergab, dass das Fahrrad von den Schülern kreisweit zum größten Teil in der Freizeit genutzt wird.
Das Ergebnis ist nicht verwunderlich, da die meisten Schüler im südlichen Kreisgebiet weite Anfahrtswege zur Schule haben und daher mit dem Bus fahren.

So ergeben sich für die Fahrradnutzung auf dem Schulweg Werte von 38 % im Gebiet der Stadt Euskirchen und nur 2 % in Dahlem.

Im Gegensatz hierzu ist die Fahrradnutzung auf dem Weg zu Freunden mit ca. 80 %, auf dem Weg zu Freizeitaktivitäten mit ca. 60 % und auf dem Weg zum Einkauf mit etwa 30 % über das gesamte Kreisgebiet nahezu gleich.

Nicht nur der Schulweg bedarf also eines besonderen Augenmerks in der Radverkehrsplanung!

Als sonstige Gründe für die Nutzung des Fahrrades überragt das Fahrradfahren selbst als Freizeitaktivität.

Besondere Ärgernisse beim alltäglichen Fahrradfahren

Im Fragebogen wurden verschiedene Mängel im alltäglichen Radverkehr vorgegeben, die als häufige Ärgernisse allgemein bekannt sind. Je nach Empfinden sollte für das größte Ärgernis eine 6, für das zweitgrößte eine 5 usw. vergeben werden. Im Ergebnis steht eine Rangfolge von Mängeln an Radverkehrsanlagen.

Als größtes Ärgernis stellten sich unberechtigtes Parken auf Radwegen und grundsätzlich fehlende Radwege heraus. Nicht abgesenkte Bordsteinkanten und gefährliche Radwegenden bilden nach Aussage der Schüler die geringsten Ärgernisse.

Das Ergebnis gibt somit Anhaltspunkte für die Verbesserung von Radverkehrsanlagen im Kreisgebiet.

Konkrete Gefahrenstellen

Ein besonders wichtiges Ergebnis der Schülerbefragung ist die Benennung von konkreten Gefahrenstellen für Radfahrer. Diese Stellen wurden ausgewertet, in Karten gekennzeichnet und den einzelnen Kommunen zur Verbesserung der Situation vor Ort an die Hand gegeben.

Erst wenn Gefahrenstellen bekannt sind, kann durch Einleitung von Maßnahmen das Problem beseitigt werden. Niemand kennt die Situation vor Ort besser, als der tägliche Nutzer. Daher ist der Kreis auf Ihre Mithilfe angewiesen.

Falls Sie an einer Stelle häufig gefährliche Situationen beobachten oder erleben, teilen sie diese dem Kreis mit.

Kartenausschnitt mit eingezeichneten Gefahrenstellen Auszug aus dem Mängelkataster; rot: Gefahrenstellen Großbildansicht



Infoboxen