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Viele Schwalben machen einen schönen Sommer
Schwalben gehören zu jedem Dorfbild im Kreis Euskirchen. Während sich die meisten Menschen über den Anblick der pfeilschnellen Insektenjäger freuen, gibt es gerade in den Sommermonaten immer wieder Ärger wegen der an den Hauswänden „klebenden“ Vogelnester. So häufen sich derzeit bei der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Euskirchen die Klagen.
Sprichwörtlich macht eine Schwalbe noch keinen Sommer. Die Zugvögel kommen Mitte April in unsere Gefilde und sind seit jeher Frühlingsboten. An den Häusern der Dörfer, aber auch in Städten nistet gern die Mehlschwalbe. Dazu braucht sie nur etwas lehmiges Baumaterial und einen Dachüberstand, unter dessen Regenschutz sie kunstvoll ihr Nest baut. Für die meisten Menschen sind die Tiere ein erfreulicher Anblick, für manche sogar Glücksbringer. Das mag damit zusammenhängen, dass Schwalben viele Insekten vertilgen und eigentlich so für „Sauberkeit“ sorgen.

Die Sauberkeit der Häuserwände ist dem Hausbesitzer gerade bei frisch gestrichenen oder sanierten Fassaden meist wichtiger und einige Nester hängen so ungünstig, dass der Vogelkot an der Fassade heruntertropft, auf dem Fensterbrett, im Vorgarten oder sogar auf dem neuen Auto landet.

Dem unerwünschten Schmutz kann in den meisten Fällen durch einfache Mittel entgegengewirkt werden. Es reicht aus, ein einfaches „Kotbrett“ an die Fassade oder an die Dachsparren zu schrauben, um den Vogelkot aufzufangen. Dazu gibt es im Internet zahlreiche Beispiele und Bezugsadressen. In manchen Fällen kann man auch fertige Ersatznester an weniger konfliktreiche Plätze hängen und die Vögel damit zum Umzug bewegen.

„Aber Vorsicht bei der Selbsthilfe“, mahnt Anne Hänfling von der Unteren Naturschutzbehörde. Sie betont: „Nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist es verboten, Schwalbennester zu entfernen. Das gilt selbst zu den Zeiten, wenn die Nester nicht besetzt sind.“

Denn Schwalben kämen immer wieder an die gleiche Stelle zurück und suchten das Nest vom Vorjahr auf. Daher gelte dies vor dem Gesetz als zu schützende „dauerhafte Wohnstätte“. Jede Entfernung oder Umsiedelung bedürfe einer Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde. Diese Befreiung werde jedoch nur in Härtefällen erteilt. „Gemeinsam mit uns findet sich häufig aber eine konstruktive Lösung, ohne die Schwalben vertreiben zu müssen“, ergänzt Rita Budde vom Team Umweltschutz der Naturschutzbehörde.

Ansprechpartner:
Anne.Haenfling@kreis-euskirchen.de
Tel. 02251 / 15-536

Rita.Budde@kreis-euskirchen.de
Tel. 02251 / 15-579

Zur rechtlichen Situation der Schwalben und ihrer Nester:
Mehl- und Rauchschwalben sowie Mauersegler sind nach der Europäischen Vogelschutzrichtlinie (79/409/EWG von 1979) und dem Bundesnaturschutz (§ 44 BNatSchG) besonders geschützte Arten. Die gesetzlichen Vorgaben verpflichten zur Erhaltung der Bestände.
Werden Nester -auch außerhalb der Brutzeit- entfernt, stellt dies eine Ordnungswidrigkeit dar. In Abhängigkeit von der Schwere des Tatbestandes kann dies mit einem Bußgeld bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Das Töten von Tieren oder das Zerstören von Eiern, z.B. infolge des Entfernens von Nestern, kann unter bestimmten Bedingungen auch einen Straftatbestand gemäß Bundesnaturschutzgesetz erfüllen.
Im Falle einer unzumutbaren Härte kann bei der Unteren Naturschutzbehörde eine Befreiung beantragt werden.

Herausgeber / Ansprechpartner:
Kreis Euskirchen
Kreispressestelle
Wolfgang Andres
Jülicher Ring 32
53879 Euskirchen
Tel.:
02251/15-303
Fax.:
02251/15-392
Schwalbennest
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